Zur Person

 

                                Albert L.: Pianist – Komponist – Klavier-/Keyboardlehrer - Musiktheorie

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Lebenslauf - Referenzen

 

  • Fundierte, klassische Klavierausbildung
  • Ab dem 16.Lebensjahr folgen Engagements für Klavier, E-Orgel und Keyboard in zahlreichen, namhaften Bands im südwestdeutschen Raum
  • Solistische Tätigkeit als Liedermacher mit eigenen Kompositionen und Texten; regionale und überregionale Resonanz folgen
  • Widmet sich weiterhin der Pflege und konzertanten Darbietung internationalen Liedguts aus den Genres Rock, Pop, Blues, Country und „leichter Muse“
  • Absolvierte 1992 in Hamburg erfolgreich das Yamaha-Ausbildungsprogramm mit der Grade-Prüfung für elektronische Musikinstrumente

 

Unterrichtstätigkeit

 

  • Beginn der Unterrichtstätigkeit an einer Yamaha- Musikschule in Saarbrücken (Yamaha Ausbildungszentrum)
  • Seine pädagogischen Fähigkeiten konnte er auch als Lehrer für Deutsch und Sozialkunde an einer berufsfortbildenden Schule unter Beweis stellen
  • Seit 1996 Unterrichtstätigkeit an einer namhaften Musikschule in Saarbrücken im Fach Keyboard
  • Ab Januar 2012 Unterrichtstätigkeit im Fach Klavier/Keyboard an der Musikschule DRUM-WORKSHOP in Überherrn
  • Unterrichtskonzept: Stilistische Vielseitigkeit und Einheit von Theorie und Praxis

 

Das Keyboard

- ein Multigerät mit Tastatur und (fast) unbegrenzten Möglichkeiten

 

1. Das Keyboard als Sammelbegriff für elektronische Tasteninstrumente.

 

„Was, Du willst Skateboard lernen, Du brichst Dir ja sämtliche Knochen!“ Das bekam einer meiner Schüler, ein Rentner aus Sulzbach, zu hören, als er seinen Freunden die Absicht kundtat, Keyboard lernen zu wollen.

Der Begriff „Keyboard“ für ein elektronisches Tasteninstrument ist erst seit etwa zwanzig oder dreißig Jahren in die deutsche Umgangssprache eingeflossen. Auch wenn man das Keyboard nicht mit einem ebenso neuzeitlichen Sportgerät verwechselt, die Eindeutigkeit, die Begriffe wie „Klavier“ oder „Trompete“ haben, hat der Begriff „Keyboard“ nicht.

Wer in den 60er Jahren in einer Band wie den „Doors“, „Procol Harum“ oder in einer der vielen Amateurbands die (elektronischen) Tasten traktierte, spielte „Orgel“. Von „Keyboard“ (auf deutsch „Schlüsselbrett“) war höchstens im Zusammenhang mit den Tastaturen der damals gerade den Kinderschuhen entwachsenen Computern die Rede.

Neben den Elektro-Orgeln (z.B. von Hammond oder Farfisa) wurden „E-Pianos“ gebaut, deren anfänglich noch mechanische Klangerzeugung elektronisch verstärkt wurde. Das bekannteste E-Piano jener Zeit ist wohl das „Fender Rhodes“, dessen unverwechselbarer Klang auf vielen alten Musikaufnahmen zu hören ist. Für die Band „Supertramp“ war dieser Sound Bestandteil ihres Stils.

 

Mit dem Aufkommen der Synthesizer und der damit verbundenen elektronischen Klangerzeugung vervielfachten sich die klanglichen Ausdrucksmöglichkeiten explosionsartig. Die Vielzahl möglicher Klänge konnte man zudem verändern und variieren - in Echtzeit, also während des Konzertes.

Bands wie Pink Floyd machten es vor; die kleineren Bands folgten, soweit es der Geldbeutel und der musikalische Stil erlaubte: Die Tastenspieler stapelten Türme von Orgeln, E-Pianos und Synthesizern um sich herum, um eine maximale Vielfalt von Klängen zur Verfügung zu haben. Die Organisten und E-Pianisten wurden zu „Multi-Tastaturinstrumentalisten“. Für sie setzte sich allmählich die englische Bezeichnung „Keyboarder“ durch.

(Übrigens: Wenn ich von „Keyboardern“, „Musikern“ oder „Schülern“ rede, meine ich das geschlechtsneutral und schließe selbstverständlich Keyboarderinnen, Musikerinnen und Schülerinnen mit ein. Ich erspare der Leserin/dem Leser nur die den Textfluß störenden Doppelbenennungen.)

Die Klänge der Synthesizer wurden zuerst auf der Basis „analoger“ Wellenformen (Rechteck, Sägezahn usw.) und mit Hilfe elektronischer Filter erzeugt. Oft hatten diese Klänge keine Ähnlichkeit mit einem der bisher bekannten Musikinstrumente. Man konnte aber auch die Klangfarben akustischer Instrumente wie Streicher oder Bläser imitieren, was sich noch ziemlich unecht und synthetisch anhörte. Doch gerade das war stilbildend für die „klassischen“ Synthie-Sounds.

 

Es folgte der Durchbruch der Digitaltechnik. „Sampler“ konnten digital abgespeicherte akustische Informationen „sammeln“ und wiedergeben. Die Imitationen der Naturinstrumente klangen allmählich immer echter. Diese Methode wurde ständig verfeinert und verbessert, eine Entwicklung, die bis heute nicht abgeschlossen ist.

Der Begriff „Keyboard“ setzte sich spätestens Anfang der 80er Jahre für alle Arten von elektronischen Tasteninstrumente durch.

 

Die MIDI-Schnittstelle (fünfpoliger Ein - und Ausgang) war eine weitere Innovation im Bereich der Keyboard-Technologie. Sie dient dazu, Keyboards mit anderen Keyboards, Sequenzern oder Computern zu verbinden, um Informationen auszutauschen. Nun konnte ein Keyboard als „Masterkeyboard“ fungieren. Mit seiner Tastatur konnten die Klänge der restlichen Keyboards angesteuert und zum Klingen gebracht werden. Viele Keyboards konnten durch „Soundmodule“ ohne Tastatur, handliche platzsparende Kästen, oder Sounddateien im Laptop ersetzt werden. Das machte die gigantischen Keyboardtürme der frühen Synthesizerbands überflüssig.

Meistens haben Masterkeyboards eine anspruchsvollere Tastatur als „gewöhnliche“ Keyboards. Das gilt auch für sogenannte „Stagepianos“, Keyboards, die keine umfangreichen Steuerungsfunktionen wie ein Masterkeyboard besitzen, aber mit einer dem Klavier angenäherten Tastatur und ausgewählten Sounds dem eher pianistisch orientierten Keyboarder gerecht werden.

 

2. Das „Keyboard mit Begleitautomatik“

 

„Keyboard“ ist - auf der einen Seite - ein weitgefaßter Sammelbegriff für elektronische Tasteninstrumente. Gleichzeitig wird der Begriff „Keyboard“ aber auch in einem sehr spezifischen Sinne gebraucht: „Das Keyboard mit Begleitautomatik“.

Wer vor einigen Jahrzehnten zu Hause ein Tasteninstrument spielen wollte, wählte traditionell Klavier oder aber „elektronische Heimorgel“. Diese Heimorgeln hatten schon sehr früh ein eingebautes Rhythmusgerät, das natürlich nicht heutigen Maßstäben entsprach, sondern an einen rhythmischen „Klopfgeist“ erinnerte: Damit wurden Swing, Walzer und einige andere gängige Rhythmen nachempfunden.

„Elektronische Heimorgeln“ gibt es auch heute noch, obwohl sie etwas aus der Mode gekommen sind. Sie besitzen zwei Manuale (Tastaturen) statt einem und eine Oktave Fußpedale für die Bassbegleitung. Beim Notenlesen müssen drei verschiedene Ebenen gleichzeitig umgesetzt werden. Dies war vielen Hobby-Musikern zu viel. Daher bemühte sich die Industrie um eine Vereinfachung. Die ersten einfachen Begleitautomatiken entstanden. Sie erzeugten beim Spielen und Liegenlassen eines Akkordes einfache Arpeggien (immer wiederkehrende Folgen von Tönen) und generierten Bassfiguren, die die Arbeit an den Fußpedalen ersetzen konnten.

 

Heute ist das einmanualige Keyboard mit Begleitautomatik in seiner Basisaustattung eine Kombination von Tastatur, Tonerzeuger, Rhythmusgerät und Arpeggiator.

Melodien können in verschiedenen Klangfarben („Voices“) gespielt werden - in Verbindung mit den „Styles“ der Begleitautomatik, die sich zu ausgefeilten Begleitarrangements entwickelt haben. Keyboarder haben also nicht nur die Wahl zwischen Hunderten von Klangfarben unterschiedlicher Instrumente, sondern verfügen auch über eine virtuelle „Begleitband“.

Die Basis-Arrangements sind werkseitig programmiert und bieten meist mehrere Variationen. Bei Geräten höherer Preisklasse hat man außerdem die Möglichkeit, Begleitarrangements selbst zu arrangieren und zu programmieren. Mit Hilfe eines eingebauten Speichermediums ist es möglich, die Ergebnisse der eigenen kreativen Arbeit zu speichern und später wieder zu verwenden.

Natürlich können sämtliche Keyboards auch ohne Begleitautomatik „klaviermäßig“ gespielt werden, was beim Zusammenspiel mit lebendigen Musikern naheliegend ist, es sei denn, man möchte mit dem integrierten Rhythmus für die ganze Band den Takt angeben. Das Keyboard mit Begleitautomatik kann auch für Solo-Auftritte eingesetzt werden. Für „Alleinunterhalter“ gibt es Keyboards, die weitere Funktionen wie Karaoke, Vokalverfremdung und vieles andere enthalten. Eine MIDI-Schnittstelle ist mittlerweile auch bei einfachen Geräten obligatorisch, bei Geräten höherer Preisklasse werden auch USB-Schnittstellen u.a. angeboten.

 

3. Der Keyboard-Unterricht

 

Beim Keyboard-Unterricht ist es sinnvoll, die begleitrhythmischen Funktionen des Keyboards von Anfang an einzusetzen, um das Rhythmusempfinden zu schulen. Die Begleitautomatik erfüllt die gleiche Funktion wie ein Metronom, sie erzieht zu rhythmisch einwandfreiem Spiel, der volle Sound der „eingebauten Begleitband“ gibt aber auch Anfängern schon nach kurzer Zeit das Gefühl, musikalisch einiges zu bewegen und macht Spaß.

Die virtuelle Begleitband beherrscht jeden eingegebenen „Style“, sei es Rhumba, Walzer, Twist, Rap, Dance oder Techno; sie wechselt die Harmonien, wie die linke Hand des Spielenden es ihr befiehlt. Aus den gespielten Akkorden generiert die Automatik das musikalische Begleitarrangement. Natürlich müssen die Akkorde zu der Melodie passen, die von der rechten Hand gespielt wird. Über den Noten der Melodien sind deswegen die Akkordsymbole notiert.

 

Es ist sinnvoll, dass die Schüler die Akkordgriffe nicht nur stur auswendig lernen, sondern mit der Zeit die Grundlagen der Akkord/Harmonielehre begreifen. Dies erleichtert das Spiel, im fortgeschrittenen Stadium sind Grundkenntnisse der Akkordlehre unentbehrlich.

Von der sogenannten „Single-Finger-Methode“ (SFC) ist aus diesem Grunde dringend abzuraten. Sie heißt so, weil es mit ihrer Hilfe möglich ist, einen Dur-Dreiklang mit nur einem Finger auf einer Taste zu spielen. Mit ihr lassen sich nur einfache Akkorde darstellen, komplexere Akkordformen sind nicht darstellbar. Vor allem aber vernebelt die SFC-Methode den Blick auf die tatsächliche Struktur der Akkorde.

Wer nicht irgendwann in der Sackgasse landen will, muss früher oder später die Akkorde ohnehin richtig spielen lernen, es ist sinnvoller, dies von Anfang an zu tun. Da die Akkorde natürlich nicht alle auf einmal, sondern nach und nach eingeführt werden, macht das Erlernen keine Probleme.

Die von mir verwendete Unterrichtsliteratur beginnt in den ersten beiden Bänden mit dem Spiel einfacher und eingängiger Lieder unter Verwendung der Begleitautomatik. Doch im fortgeschrittenen Stadium des Lernens ist es sinnvoll, sich nicht allein auf das Spiel mit der Begleitautomatik zu verlassen. Ab dem dritten Band wird das Spiel in der linken Hand im Bassschlüssel eingeführt und in den weiteren Bänden perfektioniert, so dass auch Stücke in Klaviernotation gespielt werden können.

Die nächsthöhere Stufe des Lernens besteht in der Fähigkeit, das angegebene Akkordmaterial eines Musikstückes mit der linken Hand simultan in Begleitfiguren umsetzen zu können, so dass man weder auf die Begleitautomatik noch auf eine ausnotierte Stimme für die linke Hand angewiesen ist.

Die Akkordstruktur eines Stückes ist beim fortgeschrittenen Spiel nicht nur Grundlage der Begleitung in der linken Hand, sondern auch Grundlage des mehrstimmigen Spiels der rechten Hand (mehrstimmiges Voicing). Die melodieführenden Töne werden jeweils durch harmonisch passende Töne ergänzt.

Im Jazz - und Rockbereich hat ein Musiker eine weitaus größere Gestaltungsfreiheit als in der meist streng durchkomponierten Klassik, nichtsdestotrotz müssen die Harmonien stimmen und die grundlegenden Regeln eingehalten werden.

In diesem Stadium ist auch ein Umstieg aufs Klavier, E-Piano, Stagepiano oder ein zweigleisiges Lernen Klavier und Keyboard möglich und sinnvoll. Aber auch wer konstant beim Keyboard bleibt, hat die Möglichkeit, seine spielerischen Möglichkeiten immer mehr zu erweitern und eine eher klavierspezifische Spielweise ergänzend zu dem Spiel mit der Begleitautomatik zu erlernen.

In diesem Sinne ist es wichtig, die Lernenden zu fördern und zu fordern, es ist aber auch notwendig, die Lernziele auf die Begabungen und Zielsetzungen des Schülers abzustimmen und anzupassen. Es kann nicht jeder ein Mozart, ein Elton John oder ein Chick Corea sein und ein von manchen Eltern kultivierter allzugroßer Ehrgeiz kann einem Kind die Freude am Instrument verderben.

Ebenso kann aber auch eine Unterforderung demotivieren! Es ist daher - beim Erlernen des Keyboardspiels wie auch beim Erlernen eines jeden anderen Instruments - von Lehrerseite viel Einfühlungsvermögen notwendig, um für den Schüler das individuell richtige Maß zu treffen und eine Über - oder Unterforderung zu vermeiden.

Auch wer als Feierabendmusiker oder Rentner sich die Freude gönnen will, seine Lieblingsschlager zuhause auf dem Keyboard intonieren zu können, muss nicht gegen seinen Willen zum Profi „gedrillt“ werden. Im Vordergrund muss immer die Freude und der Spaß am Spiel stehen!

 

Abschließend möchte ich erwähnen, dass Keyboard im Einzelunterricht erlernt werden kann, sich aber wie kaum ein anderes Instrument auch zum Gruppenunterricht eignet. Auch möchte ich darauf hinweisen, dass ältere Menschen genauso Keyboard lernen können wie jüngere und ebenso willkommen sind.

 

Ich wünsche allen, die Keyboard lernen wollen, viel Spaß und Freude mit ihrem Instrument !!

Verfasser und Copyright: Albert Lang - unterrichtet Keyboard in der Musikschule Knopp, Saarbrücken, seit 1996, in der Musikschule Drum-Workshop (D. Wachter), Überherrn, seit Januar 2012.